Unfallprävention im Küchenalltag

Die Küche ist für Familien im Alltag der zentrale Mittelpunkt. Für Babys und Kleinkinder hingegen ist die Küche einer der Unfallschwerpunkte im Haushalt. Große Möbel, schwierig einzusehende Ecken, laute Geräusche, neue Gerüche, spannende Schubladen, viele und interessante Geräte.

Unsere Kindersicherheitsexpertin Daniela Kambor von mykidssafe gibt euch in diesem Blogbeitrag wichtige Tipps, wir ihr Gefahren ganz einfach vermeiden könnt.

Ich sehe was, was du nicht siehst...

Die oberste Regel lautet natürlich: Kleine Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt in der Küche gelassen werden. Dennoch sind einfache Verbote wie „An diese Schublade darfst Du nicht ran“ oder „Nein, damit darfst du nicht spielen“ auch nicht wirklich zielführend, da genau diese eine Schublade oder diese eine Sache dann umso interessanter erscheinen wird.

Darüber hinaus ist eine weitere wichtige Regel: Größere Geschwisterkinder sollten niemals – auch nicht für die bekannte „eine Minute“ – als Aufsichtsperson fungieren. Am einfachsten und effektivsten ist es, wenn ihr euren eigenen Blickwinkel ändert und euch buchstäblich einmal auf die Augenhöhe eures Kindes begebt. Schaut euch genau an, was ihr seht: Wie nimmt euer Kind die Küche wohl gerade wahr? Was könnte von Interesse sein? 

Küchengeräte & Co.

Gefährliche Geräte, wie beispielsweise der Wasserkocher, die Kaffeemaschine oder die Fritteuse sollten außerhalb der Reichweite von Kindern aufgestellt werden. Dabei solltet ihr unbedingt darauf achten, dass die Kabel von Elektrogeräten nicht herunterhängen. Am besten kocht ihr möglichst auf den hinteren Herdplatten, die Pfannenstiele nach hinten gerichtet.

Kinderschublade

Wenn es um das Thema Schubladen geht, solltet ihr versuchen den Inhalt möglichst umzusortieren. Ziel ist es eine Art „Kinderschublade“ zu kreieren, die beispielsweise nur mit Behältern befüllt ist, die nicht kaputt gehen können oder aber völligst harmlose Gegenstände beinhaltet, wie Töpfe und Geschirrtücher, mit denen Kleinkinder auch spielen dürfen. Gegenstände, mit denen ein Risiko verbunden ist, solltet ihr in höher gelegene Schränke umräumen. Im besten Fall bleibt euch am Ende nur eine einzige Schublade, die wirklich gesichert werden sollte – die mit den scharfen Messern, Reiben, Scheren, Gummis, Tüten und Kleinkram.

Vorsicht heiß

Backöfen sind besonders interessant für Kinder – durch das Licht, die Geräusche und die Wärme, die sie ausstrahlen und deren Inhalt, der brutzelt und lecker duftet. Die meisten Backofentüren werden heute nicht mehr so heiß wie früher. Aua macht es trotzdem, wenn euer Kleinkind sich bei den ersten Stehversuchen daran hochzieht oder schlimmer noch, sich am Backofen festhält und die Backofentür aufzieht.

Es ist sehr empfehlenswert eurem Kind von Anfang an beizubringen, was heiß ist und was weh tut. Bei Backofentüren, die nicht mehr heiß werden, lohnt sich sogar ein Experiment mit eurem Kind auszuprobieren: Bei niedriger Temperatur das Kind an die Ofentür fassen lassen, um so die Bedeutung "heiß" relativ einfach zu implementieren. Dabei reicht es im Experiment bereits, wenn die Ofentür unangenehm warm ist, aber natürlich nicht gefährlich. Im Alltag solltet ihr selbstverständlich weiterhin stets die Augen offen halten und euer Kind achtsam begleiten. Auch liebevolle Gefahrenhinweise sollten immer und immer wieder geduldig ausgesprochen werden.

Achtet darauf, dass die Tür eurer Spülmaschine stets geschlossen ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass euer Kind nicht dabei helfen darf die Spülmaschine auszuräumen. Auch ein zweijähriges Kind kann den Eltern bereits freudig helfen, kleine Teller herauszunehmen. Nutzt die Neugierde und den Wissensdurst eurer Kinder, um sie im Alltag einzubinden, damit sie praxisnahe Erfahrungen sammeln können. Je sicherer eure Kinder mit Dingen des täglichen Lebens hantieren können und je besser ihr eure Kinder anleitet, desto weniger oft werden unangenehme Unfälle geschehen.

Messer, Gabel, Schere, Licht…

Ihr solltet auch darauf achten, dass Messer und Scheren nicht offen für euer Kind herum liegen. Auch mögliche Klettermöglichkeiten, wie beispielsweise Stühle, Kinderhochstühle, Hocker oder Tritte solltet ihr nicht nur kippsicher aufstellen, sondern auch möglichst so, dass sie nicht direkt zum Verwenden als „Leiter“ einladen.

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Achtet außerdem darauf, Laufwege möglichst freizuhalten und keine Getränkekisten in der Küche zu lagern. Glasflaschen, Gläser, Feuerzeuge, Streichhölzer und Kerzen solltet ihr möglichst weit oben aufbewahren, um sie für eure Kinder unzugänglich zu machen. Auch Tischdecken für den Esstisch sollten vorerst lieber entfernt werden, denn sie animieren Babys und Kleinkinder zum Daranziehen. 

Ein weiterer wichtiger Tipp ist es, dass ihr Putz- und Reinigungsmittel nicht in der Küche lagern solltet, bestenfalls in einem abschließbaren Schrank. Diese Haushaltschemikalien sollten niemals offen für Kinder erreichbar herumstehen – das gilt übrigens auch für Spülmittel und Reinigungstabs für die Spülmaschine.

Win-Win-Situation für Alle

Essentiell für eure Kinder ist, dass ihr sie aktiv in euren Küchenalltag miteinbezieht. Bindet sie altersgemäß nicht nur beim Kochen, sondern auch beim Aufräumen, Sortieren und im Umgang mit Küchengeräten mit ein. So lernen sie nicht nur selbstständiger zu werden, sondern auch den bewussten Umgang mit potentiell gefährlichen Utensilien zu lernen.

Sie können sich einbringen, sind aufmerksam, fühlen sich respektiert und gebraucht.

Über mykidssafe

Als zertifizierte Sicherheitsexpterin liegt Daniela Kambor das Thema Kindersicherheit besonders am Herzen. In verschiedenen Webinaren, Workshops, Coaching und auch individuellen Sicherheitsberatungen gibt sie Eltern zahlreiche Tipps rund um das Thema Unfallprävention.

Hier könnt ihr noch mehr über mykidssafe erfahren: www.mykidssafe.de

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