Winterbabys: Was ihr auf jeden Fall beachten solltet

Bald ist es wieder so weit. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, die Abende gemütlicher und die Aktivitäten draußen begrenzter. Wir sehnen uns nach Sonnenlicht, Wärme und bunter Farbe und doch freuen wir uns über die ersten zarten Schneeflocken. Alles wie immer. Oder nicht? Mit einem kleinen Baby im Arm kommt einem der Winter doch plötzlich besonders kalt und feindselig vor. Was könnt ihr tun, damit euer Kleines gut durch die dunklen, kalten Monate kommt?

Lest die hilfreichen Tipps und Hinweise von Hebamme Jana Friedrich.

Bestens gekleidet: Das Zwiebelchen-Prinzip

Von frischen Eltern werde ich oft gefragt, wie das Kind denn nun am besten gekleidet werden soll. Es herrscht Verunsicherung. Es soll schön warm sein, aber auf keinen Fall überhitzen. Tatsächlich ist es aber ganz einfach: Ein Baby wird am besten in mehrere Schichten von Naturmaterialien, wie Wolle oder Baumwolle, gekleidet. Nach dem Zwiebelprinzip eben. Die einzelnen Schichten sind wärmend und dazwischen kann sich ein schöner Wärmepuffer bilden. Ich finde eine Schicht Wolle oder Wollwalk immer ganz schön, da Wolle die Eigenschaft hat, sehr regulierend zu wirken. Sie wärmt, nimmt aber auch überschüssige Feuchtigkeit auf.

Kopf und Füße müssen immer warm sein

Beim Rausgehen muss natürlich ein Mützchen auf den Kopf, da dieser im Verhältnis zum Körper noch einen größeren Umfang hat und dadurch überproportional viel Wärme abgibt. Insgesamt sollte das Baby gegen Wind und Nässe geschützt werden. Dafür sind Schneeanzüge in der Regel gut geeignet. Es gibt sie mit oder ohne „Fuß“. Gegebenenfalls müssen also noch ein paar Füßlinge dazu. Es empfiehlt sich, immer mal wieder zu testen, ob das Baby warm genug ist. Da man es sowieso alle paar Stunden zum Wickeln ausziehen muss, ist es einfach zu kontrollieren, ob auch die Füßchen wirklich warm sind. Will oder kann man das Baby nicht komplett auspacken, können Eltern gut am Nacken und zwischen den Schulterblättern des Kindes fühlen, ob es schön warm oder sogar schon zu warm ist und schwitzt.

So schläft dein Baby gut im Winter

Die empfohlene Kleidung für guten und sicheren Kindsschlaf ist ein Schlafsack. Manche Babys brauchen darunter wirklich nur einen Body, andere frieren schrecklich und brauchen einen kompletten Schlafanzug samt Wollsocken darunter. Auf meinem Hebammenblog hab ich eine schöne Sockenvariante zum Zubinden im Angebot. So bleiben die Söckchen auch wirklich an den Babyfüßchen. Anderen Kindern reicht auch diese Variante nicht. Ihnen wird es dann kuschelig warm, wenn sie zusätzlich noch in eine warme Decke gehüllt werden oder ein warmes (nicht heißes) Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche an die Füße gelegt bekommen. Bei Decken sollte man natürlich Vorsorge treffen, dass sie dem Baby nicht über das Gesicht rutschen kann. Das geht sehr gut, indem man die Unterkante der Decke unter die Matratze des Babybettchens steckt und die Oberkante beim Kind unter den Achseln endet. Die empfohlene Schlaftemperatur beträgt übrigens 16 bis 18 Grad Celsius.

LAESSIG-Expertentipp-Winterbabys-Kuscheldecke

Gut Lüften vor dem Schlafengehen

Es darf also vor dem Schlafen gerne noch mal gut gelüftet werden, denn in geheizten Räumen ist es doch schnell deutlich wärmer. Apropos Heizungsluft: Die warme und trockene Luft kann die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum des Babys reizen. Abhilfe schaffen Luftbefeuchter, die allerdings regelmäßig gereinigt werden müssen, um nicht zu Bakterienschleudern zu werden. Es hilft aber auch, ganz einfach ein Schüsselchen mit Wasser auf die Heizung zu stellen oder im Schlafzimmer die feuchte Wäsche aufzuhängen. 

Badefreuden und richtiger Hautschutz

Natürlich dürfen und sollen Babys auch im Winter gebadet werden. Übrigens reicht ein Mal pro Woche, zumindest vom hygienischen Standpunkt her, völlig aus. Aber viele Babys lieben auch ihr abendliches Bad heiß und innig und es gehört für sie zum Abendritual dazu. Wichtig ist, je häufiger gebadet wird, umso eher sollte man auf Badezusätze verzichten. Ehrlich gestanden sind sie so gut wie nie nötig. Wichtig ist es allerdings, darauf zu achten, dass die Haut nicht austrocknet. Denn Studien besagen, dass trockene Haut viel eher eine Eintrittspforte für allergene Stoffe bietet. Wenn man also gerne dem Bad etwas zugeben möchte, sollte es am besten ein rückfettendes Badeöl sein. Wer stillt und ein bisschen Milch über hat, kann auch diese ab und zu als Badezusatz verwenden.

Fussmassage

Mit Babymassage die Kleinen verwöhnen

Ansonsten kann dem Bad aber auch gerne eine kleine Massage mit Öl folgen. Besonders angenehm ist die Babymassage an einem vorgewärmten Ort, zum Beispiel unter dem Heizstrahler auf dem Wickeltisch. Die Haut kühlt nach dem Bad im 37 Grad Celsius warmen Wasser schnell wieder aus. Daher sollte sich nicht direkt daran ein winterlicher Spaziergang anschließen. Besonders gut macht es sich, das Baby danach ins warme Bettchen zu stecken oder eine Kuscheleinheit auf Mamas oder Papas Bauch einzuplanen.

R-uckenmassage

Gut geschützt vor Kälte

Beim frostigen Spaziergang kann die empfindliche Gesichtshaut mit einer fetthaltigen „Wind & Wetter-Creme“ geschützt werden. Diese kann die zarte Kinderhaut, die noch fünfmal dünner ist als bei uns Erwachsenen, wirksam vor Erfrierungen schützen. Ich empfehle diese Maßnahme vor allem bei längeren Spaziergängen und natürlich bei  Minusgraden. Die fettige Creme sollte aber am Abend vor dem Schlafengehen mit einem Waschlappen wieder entfernt werden.

 

Über Jana Friedrich

LAESSIG-Expertin-Hebamme-Jana-Friedrich

Jana Friedrich ist Mutter von zwei Kindern, seit 1998 leidenschaftlich Hebamme und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie bloggt altes Hebammenwissen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Säuglinge auf hebammenblog.de.

Tags: Baby, Eltern, Tipps
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