Mit Babys auf Tauchstation gehen

Regelmäßig durchgeführtes Babyschwimmen verhilft den Kleinen häufig zu einem körperlichen und geistigen Entwicklungsvorsprung gegenüber Gleichaltrigen. Ulrike Hildebrand ist examierte Kinderkrankenschwester und hat verschiedene Kursleiterausbildungen zu vielen Themen rund ums Baby absolviert. Eines Ihrer Steckenpferde ist das Babyschwimmen.

Lies hier, was beim Babyschwimmen zu beachten ist.

 

Ab welchem Alter wird das Babyschwimmen für Säuglinge empfohlen?

Meine Kurse sind für Babys ab dem vierten/fünften Lebensmonat gedacht, da die Säuglinge dann immunisierter sind, mehr Fettgewebe besitzen und so die Temperatur besser halten. Denn mit nasser Haut an der Luft kühlen die Kleinen schneller aus. Des Weiteren sind Babys ab diesem Zeitpunkt auch eher in der Lage, Eindrücke wie Lautstärke, Licht und Geräusche zu verarbeiten und den Spaß am Entdecken und Lernen auch besser zum Ausdruck zu bringen. Wichtig hierbei ist vor allem die Bindung zu einer Bezugsperson, die gerade in dieser Phase gefestigt ist.

Gibt es davon abgesehen noch andere Kriterien, die Eltern beachten sollten?

Es ist unerlässlich auch immer die körperliche und geistige Reife eines Babys vor der Teilnahme am Babyschwimmen zu prüfen. Deshalb beraten professionelle Kursleiter/-innen die Eltern individuell im Vorfeld. Ich biete dafür sogar immer einen Infoabend. Ansonsten können Eltern sich auch stets an ihren Kinderarzt wenden. Übrigens können auch Kinder mit Beeinträchtigung mit Empfehlung vom Kinderarzt am Babyschwimmen teilnehmen.

Was wird für die Teilnahme an einem Kurs benötigt d.h., was muss ich für mein Baby alles mitbringen?

Neben guter Laune natürlich frische Babykleidung für das Umziehen nach dem Schwimmen und mehrere Handtücher. Außerdem noch Badeschuhe und -kleidung für die Eltern, denn bei mir ist der Kurs immer für beide Elternteile oder eine alternative Begleitung, falls ein Elternteil nicht kann, ausgelegt. Notwendig sind auch Schwimmwindeln, gegebenenfalls etwas Babywaschgel, -lotion und -gesichtscreme. Die eigenen Pflegeprodukte bitte nicht vergessen.

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Essen nicht vergessen

Da Baden bekanntlich hungrig macht, sollte man unbedingt bei nicht gestillten Kindern an die Flasche oder das Gemüse-/Obstgläschen (Inhalt in wiederverschließbaren, bruchfesten Boxen abgefüllt) denken.

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Finden die Kurse ganzjährig statt und wenn ja, wo?

Ich biete die Kurse in beheizten Hallenbädern ganzjährig an, und zwar abhängig von den Öffnungszeiten mit oder manchmal auch ohne Sommerpause. Das handhabt aber jede Babyschwimmschule oder jeder Kursleiter/ jede Kursleiterin in Absprache mit dem Hallenbad individuell. Infoflyer findet man dazu unter anderem auf Geburtsstationen, in Frauen- oder Kinderarztpraxen, in Hebammenpraxen oder auch im Internet.

Wasser in Hallenbädern ist ja mit Chlor versetzt. Ist das überhaupt gut für die Haut des Babys?

Anfänglich hatten Kinderärzte Vorbehalte gegenüber dem Babyschwimmen, da die Gefahr einer Infektion aus dem Wasser zu groß sei. Doch diese Sorge konnte in gut geführten Bädern entkräftet werden. Dort bestätigen die Bademeister zum Teil sogar Trinkwasserqualität. Allerdings sollte dies nicht Grund dafür sein, sich zurückzulehnen. Sowohl die verantwortlichen Betreiber des Hallenbades sowie auch die Veranstalter von Babyschwimmkursen sind aus meiner Sicht regelmäßig von den Gesundheitsämtern zum Wohl der Kinder zu prüfen.

So pflegt man Babyhaut nach dem Schwimmen richtig

Wichtig ist, dass das Chlorwasser nach dem Baden gründlich abgeduscht wird. Waschlotion ist dafür nicht unbedingt nötig. Denn normalerweise wird im ersten Lebensjahr auf zusätzliche Kosmetikprodukte bei Babys verzichtet, da durch übertriebene Pflege der Schutz der intakten Haut eher geschädigt wird. Ab und zu etwas Babyöl oder auch etwas Waschlotion nach dem Babyschwimmen sind jedoch unbedenklich. Bei Fragen dazu kann man sich jederzeit an die Kursleiterin/den Kursleiter oder die Hebamme wenden. Nach dem Duschen muss das Kind unbedingt gründlich abgetrocknet werden. Hier besonders auf die Falten an Hals, Achseln und Leistenbeuge sowie die Finger- und Zehenzwischenräume achten. Restfeuchtigkeit kann Hautirritationen auslösen. Zum Schluss das Baby mit etwas Babyöl oder sanfter Babymilch eincremen und dabei massieren. Das rundet das sportliche Spaß- und Wohlfühlprogramm der Kleinen perfekt ab.

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Warum ist Babyschwimmen empfehlenswert? Welche Ziele sollen damit erreicht werden?

Das Babyschwimmen ist eine Wohltat für Körper und Seele. Denn Säuglinge erfahren im Wasser eine enorme Erweiterung ihrer Bewegungsmöglichkeit. Sie sammeln im Wasser physische Erfahrungen, die ihnen außerhalb davon verschlossen bleiben. Und da gerade im ersten Lebensjahr körperliche und geistige Fortschritte eng miteinander verknüpft sind, entwickeln sich Babyschwimmer hervorragend. Das wichtigste Argument für das Säuglingsschwimmen ist jedoch ein anderes: nämlich einfach der Spaß, den die Kleinen im Wasser haben, und der Spaß der Eltern, daran teilhaben zu können.

Was lernen die Babys beim Babyschwimmen? Und was können die Eltern für sich mitnehmen?

Babyschwimmer lernen, ihre Bewegungen besser zu steuern und zu koordinieren. Sie verfügen schon sehr früh über einen beachtlichen Aktionsradius und entwickeln ein besseres Gleichgewichts- und Körpergefühl. Weiterhin hat sich gezeigt, dass die kleinen Teilnehmer eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit besitzen und sich später durch Fantasie sowie Kreativität auszeichnen. Was nicht heißt, dass Kinder ohne Babyschwimmen diese Fertigkeiten nicht erlernen können. Aber diese Fähigkeiten werden positiv begünstigt und gefördert, wie zum Beispiel auch schnelleres Reaktionsvermögen.

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Durch den frühzeitigen Kontakt mit Gleichaltrigen sind die Babys darüber hinaus auch aufgeschlossener, selbstbewusster, sogar selbstständiger und in vielem auch zielstrebiger. Sie lassen sich viel leichter zu Leistungen motivieren. Durch die professionelle Anleitung der Babyschwimmkursleiter/-innen lernen die Eltern den sicheren Umgang mit ihrem Baby und den gezielten und altersentsprechenden Einsatz von Schwimmhilfen. Dadurch kann die Förderung und Unterstützung durch die Eltern auch nach der Babyschwimmschule fortgesetzt werden. Ein Auffrischen der Kenntnisse ist bei uns dann mit Kindern ab einem Jahr möglich. Dann bieten wir „Schwimmkurse“ an, die gezielt auf Bedürfnisse von Kleinkindern abgestimmt sind.

Update: März 2018

Über Ulrike Hildebrand

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Ulrike Hildebrand ist examinierte Kinderkrankenschwester und hat verschiedene Kursleiterausbildungen für Babymassage, Babyschwimmen, Kindermassage und Ernährung im ersten Lebensjahr absolviert. Nach zahlreichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu vielen Themen rund ums Baby kann die gebürtige Gelnhäuserin ihr breitgefächertes Wissen in ihren zahlreichen Kursen an Eltern weitergeben. Dabei helfen ihr natürlich auch die Erfahrungen aus dem Klinikalltag und die einer Mutter. Eines ihrer Steckenpferde, das sie zusammen mit zwei Kolleginnen ausübt, ist das Babyschwimmen.

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